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22.09.2008Lack- und Korrosionsschutzschichten

Metallische Autoteile sind während des alltäglichen Gebrauchs des Fahrzeugs starken Umwelt- und Witterungseinflüssen ausgesetzt, die Korrosionsschäden verursachen können. Eisen bildet in Verbindung mit feuchter Luft oder sauerstoffreichem Wasser Eisenoxid und Eisenoxidhydrate. So entsteht an seiner Oberfläche eine poröse, braune Korrosionsschicht, also Rost. Um das zu verhindern, muss das Metall gegen das Eindringen von Sauerstoff und Feuchtigkeit geschützt werden. Deshalb wurden in der Automobilindustrie spezielle Beschichtungssysteme mit hoher Korrosionsbeständigkeit entwickelt. Diese Lack- und Korrosionsschutzschichten bilden auf dem Basismetall eine Schutzhaut, die so eng anliegt, dass es nicht mehr mit Sauerstoff und Wasser in Berührung kommen kann. Korrosionsschutzschichten bestehen aus Materialien wie Zink, Zink-Nickel, Zinkphosphat, Bitumen, Chrom oder Chromoxid. Lacke können beispielsweise aus Polyesterharz oder Acrylharz bestehen. In Zukunft sollen in der Automobilindustrie umweltfreundliche, chromfreie Korrosionsschutzschichten verwendet werden. Eine Alternative ist Nanolack, ein Klarlack, der mithilfe der Nanotechnologie mit Keramikpartikeln versetzt wird und dadurch äußerst resistent gegen Hitze und Säuren ist. Dieser Lack versiegelt Oberflächen dauerhaft, ist schmutzabweisend und schützt vor jeglichen Umwelteinflüssen.

Eine Lackschutzschicht kann mittels verschiedener Spritzverfahren aufgetragen werden. Dazu gehört das Hochdruck-Druckluftspritzen, ein Verfahren mit einem hohen Wirkungsgrad, bei dem jedoch sehr viel Sprühnebel entsteht, woraus ein beträchtlicher Verlust von Sprühmaterial während des Spritzens resultiert. Deshalb werden auch andere Verfahren angewendet, wie das elektrostatische Beschichten. Dabei wird der Lack, bevor er auf das Basismetall gespritzt wird, elektrostatisch aufgeladen und von der gegenpolig geladenen Oberfläche, die lackiert werden soll, angezogen. Durch das Erhitzen des Basismetalls verschmelzen die Teilchen der Metalloberfläche mit dem Lack. Hierbei ist der Materialverlust sehr gering. Gleiches gilt für des HVLP-Verfahren (High Volume, Low Pressure). Eine vierte Möglichkeit der Aufbringung der Schutzschicht ist die RP-Technik (Reduced Pressure). Mit ihr wird bei optimiertem Druck ein Wirkungsgrad von über 65 Prozent erzielt.
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